Unterschiedliche Entwicklung in der Unterhaltungselektronik

Atradius hat im Mai 2013 seinen neuen MarketMonitor veröffentlicht, der sich mit der Entwicklung der Unterhaltungselektronik und Informations- und Kommunikationselektronik befasst. Unabhängig von den untersuchten Ländern, stellt sich ein Trend als länderübergreifend dar: Die Nachfrage und Umsätze mit Desktops und Notebooks sind rückgängig, während Smartphones und Tablets boomen.

In Frankreich mussten Anfang 2012 einige namenhafte IT-Unternehmen Insolvenz anmelden. Als Grund könnte unter anderen der Rückgang von IT-Investitionen der öffentlichen Hand zu nennen sein, der zu einem hohen Konkurrenzdruck und sinkenden Preisen führt. Allerdings ging die Nachfrage im gesamten IT Markt um 19% zurück, die Umsätze für Unterhaltungselektronik sanken um 6%. Lediglich der Umsatz mit Tablets stieg um 140%. Als weiteres Problem zeigt Atradius auf, dass es in Frankreich wenig geschultes Personal gibt. Zudem seien die Margen und das vorhandene Eigenkapital der Unternehmen gering. Der Telekommunikationsmarkt kämpft mit Billiganbietern, allerdings sind hier die Margen und das Eigenkapital besser vorhanden. Der Ausblick für das Jahr 2013 ist vor allem für die Unterhaltungsbranche aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit schlecht. Zudem erwartet Atradius einen Anstieg der Zahlungsverzögerungen und Insolvenzen.

In Japan stellen vor allem die schleppende Entwicklung und der hohe Konkurrenzdruck aus Korea die größten Probleme dar. Die Nachfrage nach Unterhaltungselektronik ging stark zurück. Ebenso muss die Telekommunikationsbranche mit einem scharfen Wettbewerb zurechtkommen. Obwohl die Umsätze mit Smartphones und Tablets boomen, kämpfen Handyhersteller aufgrund der bevorzugten Marken Apple und Samsung. Ebenso sinken die Preise für Dienstleistungen und die Umsätze mit PC sanken um 19%, die Absatzzahlen um -6,6%. Als Problem sieht Atradius, dass sich das Wachstum in den nächsten Monaten noch abschwächen soll, daher rechnet Atradius mit einem Wachstum der IT-Branche um 1,4%. Die Unterhaltungselektronik soll sich bis zum Jahresende negativ entwickeln. Alles in allem könnte zum Jahresende mit vermehrten Insolvenzen zu rechnen sein, allerdings wird kein wesentlicher Anstieg von Zahlungsausfällen erwartet.

In den Niederlanden stellt die Informations-und Kommunikationselektronik eine wesentliche Stütze der Konjunktur, wegen der vermehrten Nachfrage nach mobilen Internetzugängen, dar. Die Umsätze in dieser Branche stiegen von 29,8 Mrd. € auf 30 Mrd. €, für 2013 wird mit einem Marktzuwachs von 0,3% gerechnet, allerdings wird mit einem Rückgang der Konsumausgaben von – 1,4% gerechnet. Die IT-Branche wächst nun zum dritten Mal in Folge, die Umsätze stiegen um 2,6%. Allerdings werden für dieses Jahr weniger IT-Investitionen sowohl von öffentlicher als auch privater Hand erwartet. Gleichfalls positiv entwickeln sich die Umsätze in der Telekommunikationsbranche, wo für 2013 ein Umsatzplus von 1,6% erwartet wird. Lediglich die Unterhaltungselektronik bereitet Sorgen. Hier sanken die Umsätze um 15,4% auf 1,7 Mrd. €, ebenso sank der Umsatz mit Digitalkameras um 8,3%. Mithin entwickeln sich die Branchen sehr unterschiedlich. Atradius erwartet für die Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik sowie aus der Informations- und Kommunikationselektronik einen leichten Anstieg der Insolvenzen für das Jahr 2013.

Einer der größten Märkte für Informations- und Kommunikationstechnik (140 Mrd. GBP) weist Großbritannien auf. In dieser Branche findet seit 2012 eine leichte Erholung statt, die jedoch durch die zusehens schlechter werdende Wirtschaftslage in der EU gebremst wird. Die Telekommunikationsbranche entwickelt sich relativ stabil, obwohl hier nur punktuelle Investitionen vorgenommen werden. Wie in vielen anderen Ländern auch führten aggressive Preiskämpfe zu sinkenden Margen. Allerdings verlangsamt sich dieser Trend, zudem wurden die sinkenden Preise durch die rasant steigende Nachfrage nach Tablets teilweise kompensiert. Allerdings konnte Atradius keine Verschlechterung des Zahlungsverhaltens feststellen. Sorge bereiten allerdings die Einzelhändler, deren Insolvenzzahlen in den letzten Monaten zunahmen. Atradius rechnet damit, dass dieser Trend in den nächsten Monaten nicht abnimmt.

Ein kurzer Blick auf Deutschland zeigt, dass sich hier mit einem Umsatzplus in der Informations- und Kommunikationsbranche von 1,4%, auf 153 Mrd. € gerechnet wird. Eine Ausnahme hiervon werden aller Voraussicht nach nur die Unterhaltungselektronik, IT-Harware und die Telekommunikationsdienstleistungen darstellen. Umsatzrückgänge in der Unterhaltenselektronik sind aufgrund von sinkenden Preisen zu verzeichnen. Die Nachfrage nach Tablets und Smartphones boomen. Atradius geht davon aus, dass das Zahlungsverhalten gleich bleiben wird, ebenso werden sich auch die Insolvenzzahlen nach einem leichten Rückgang, gefolgt von einem leichten Anstieg wieder stabilisieren.

 

Lesen Sie hier den gesamten MarketMonitor: http://www.atradius.de/debitorenmanagementpraxis/publikationen/marktmonitor-unterhaltungselektronik.html

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