Basel III und seine Auswirkungen für den Mittelstand

Das Institut für Betriebsführung AG (IBF) hat am 13.06.2013 einen vertraulichen Unternehmerbrief (Nr. 06/2013) veröffentlicht, indem es auf Basel III und dessen mögliche Auswirkungen für mittelständische Unternehmen eingeht.

Basel III soll bis 2019 schrittweise eingeführt werden. Das Ziel stellt eine Balance zwischen einer stabilen Finanzierung und der Vermeidung von Kreditknappheit dar. Die Lehren der Wirtschaftskrise haben zu folgenden Ansätzen geführt:

Zum einen soll eine Erhöhung der Eigenkapitalanforderung bei Kredit- und Marktrisiken diese Risiken und Geschäfte besser absichern. Zudem gelten dann erhöhte Standards für die Überprüfungsprozesse der Bankenaufsicht und der Offenlegung. Die Mindest-Liquiditätsquote einer Bank ist nach einer Änderung des Zeitplans erst im Jahr 2019, nicht schon im Jahr 2015, zu erfüllen. Weiterhin wurden die Anforderungen an die Liquidität und das Rating abgeschwächt, sehr zum Leidweisen vieler Kritiker.

Die IBF zeigt nun einige mögliche Auswirkungen für mittelständische Unternehmen auf. Zum einen führt es an, dass die sinkende Rentabilität von Kreditvergaben aufgrund der höheren Eigenkapitalrücklage zu einer Verteuerung der Dienstleistung führen kann, welches sich dann vor allem in Gestalt von höheren Zinsen widerspiegelt. Dieses Problem stellt sich vor allem für überregional tätige Banken.
Weiterhin könnte Basel III zu einer Erhöhung der Anforderung an die Kredite führen. Die Banken müssen nämlich nur bestimmte ungesicherte Kredite mit Eigenkapital absichern, sodass hier dann das Augenmerk auf eine werthaltige Besicherung gelegt werden kann. Problematisch dabei ist, dass diese Kriterien, so das IBF, nur 50%-60% der Unternehmen mit ihren Mitteln erfüllen können, sodass Unternehmer vermehrt gezwungen sein können, mit ihrem Privatvermögen zu haften.
Zudem könnte sich aus diesen Anforderungen ein erschwerter Zugang zu Liquidität ergeben, was die Banken jedoch verneinen. Das IBF sieht dieses Problem jedoch als ernst zu nehmen an, und zeigt auf, dass sich so die bereits schon schlechte Zahlungsmoral noch weiter verschlechtern kann.

Diese Probleme können nur durch eine gute, konstante und ehrliche Kommunikation mit den Banken gelöst werden.

Als mögliche Finanzierungsalternativen schlägt das IBF den klassischen Lieferantenkredit vor, der das Zahlungsziel verlängert, und so eine Unabhängigkeit von den Banken schafft. Weiterhin hilft eine Optimierung des Forderungsmanagements, indem dann Forderungen zeitnah eingezogen werden. Darüberhinaus bietet sich als Alternative für langfristige Finanzierungen der Mietkauf oder ein Leasingvertrag an.

 

Hier gelangen Sie zur Homepage der IBF: www.ibf.ch

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