Deutsche Konjunktur zeigt gegensätzliche Signale

Die IKB hat in ihrem aktuellen Newsletter vom 10.5.2013 ein Barometer veröffentlicht, dass die deutsche Konjunktur unter die Lupe nimmt. Dabei kommt die IKB zu dem Ergebnis, dass die deutsche Konjunktur gleichzeitig positive wie auch negative Signale aussendet.

Die Sentiment-Daten, vor allem der Einkaufsmanger-Index und das Ifo- Konjunkturklima, waren im Februar und März dieses Jahres schlecht, obwohl die Daten eigentlich bessere Konjunkturdaten versprachen. Diese schlechten Ergebnisse wurden noch durch die Einschätzung der EZB, dass aktuell eine schwierige Wirtschaftslage herrsche, und durch eine Leitzinssenkung bestätigt.
Im Gegensatz zu dem eben gesagten, legte die Industrieproduktion, als aussagekräftiger BIP-Indikator, im Vergleich zum Vormonat um 1,2% zu. Lediglich die schlechte Witterung zu Beginn des Jahres trübten die Zahlen der Baubranche ein. Alles in allem nahm die Industrieproduktion im ersten Quartal um 0,2% zu, weshalb die IKB von einem leichten BIP-Wachstum in diesem Zeitraum ausgeht.
Ebenso gut präsentieren sich die aktuellen Auftragszahlen. Im März dieses Jahres wurde ein kräftiges Auftragsplus verzeichnet, was den zweiten deutlichen Anstieg der Auftragszahlen in Folge bedeutet. Auffallend sind die vielen überdurchschnittlichen Großaufträge. Die Auslandsnachfrage stieg um 2,7%, die Inlandsnachfrage um 1,8%. Besonders erfreulich ist, dass Nachfrage in der EU, trotz anhaltender Krise, um 4,2% gestiegen ist. Die IKB folgert aus diesen Zahlen, dass im 2. Quartal, die deutsche Konjunktur an Dynamik gewinnen wird. Allerdings verunsichern die negativen Zahlen, die Aussichten für die zweite Jahreshälfte 2013.
Der robuste Arbeitsmarkt und die guten Einkommensaussichten führen dazu, dass das Konsumklima in Deutschland weiterhin gut bleibt. Weiterhin stellen Unternehmen viele neue Mitarbeiter ein, und die Arbeitslosenquote bleibt mit 6,9% stabil. Vor allem die GfK-Angaben haben sich im Vergleich zum Vormonat verbessert, und liegen nun deutlich über dem Durchschnitt.

Alles in allem sind diese Angaben teils sehr gegensätzlich und machen so eine sichere Aussage über die Entwicklung der deutschen Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte schwer. Allerdings sieht die IKB gute Anzeichen für eine weitere Verbesserung. Die deutsche Wirtschaft ist, bekanntermaßen, sehr exportorientiert. Nachdem der Exportrückgang in der Eurozone durch gute Exportzahlen nach Asien und die USA mehr als nur kompensiert werden konnten, gingen auch diese Zahlen im Herbst 2012 zurück. Das BIP sank. Die Nachfrage der USA und aus Asien stagnierte. Allerdings sieht die IKB in diesen Ländern wieder eine gute Wirtschaftsentwicklung für die nahe Zukunft. Es findet eine konjunkturelle Belebung statt. Dies sollte sich, hoffentlich, auch positiv auf die deutsche Wirtschaft auswirken. Als Risikofaktor bleibt die Eurokrise, die sich zu keiner weltweiten Wirtschaftsschwäche ausbreiten darf. Ansonsten spricht viel für eine weltweite konjunkturelle Erholung, die sich dann auch positiv auf die deutsche Konjunktur auswirken wird.

Lesen Sie hier das IKB Barometer: http://download.ikb-news.de/Barometer_Mai_2013.pdf

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