Coface: Unterschiedliche Branchenentwicklungen in diversen Ländern

Der Kreditversicherer Coface hat eine aktuelle Branchenstudie unternommen, und in Europa, Asien und Nordamerika die jeweiligen Risiken der einzelnen Branchen untersucht. Die Coface bewertet unter anderem das Zahlungsverhalten, die Zahlungsausfälle und die Finanzzahlen der Branche. Im Anschluss unterteilt sie die Risiken in vier Stufen: gering, mittel, hoch und sehr hoch. Die Ergebnisse der Studie hat die Coface nun am 22. 5. 2012 veröffentlicht.

Auffallend ist, dass die Schere zwischen Europa auf der einen Seite und Nordamerika und Asien auf der anderen Seite immer größer wird. Dies zeigt sich vor allem bei der Entwicklung der Automobil- und Bauindustrie.

Europa weist einen negativen Risikoindex auf (-15). Dies ist darauf zurückzuführen, dass keiner Branche ein geringes Kreditrisiko attestiert wurde. Alle Branchen weisen mithin mindestens ein mittleres Risiko auf. Dies zeigt sich unter anderem bei der Automobil- und Baubranche, da hier die anfängliche Dynamik spürbar nachgelassen hat. Ein weiteres Problem stellt der E-Commerce dar, der den klassischen Einzelhandel stark unter Druck setzt. Der Umsatz des Internethandels konnte in den letzten fünf Jahren verdoppelt werden. Diese Entwicklung zwingt den Einzelhandel sich zu wandeln. Daraus entsteht eine Mischform, die jedoch zu einem Anstieg des Kreditrisikos geführt hat.

In Nordamerika verbessern sich die Zahlen in fast allen Branchen. Die Automobil- und Baubranche konnte von dem anziehenden privaten Konsum profitieren, wodurch die Automobilbranche ihre Absatzzahlen im Februar 2013 um 4% verbessern konnte. Ebenso zeichnet sich eine gute Entwicklung im Energiesektor ab. Lediglich das Risiko der Metallbrache ist als hoch einzustufen. Insgesamt weisen die Branchen in Nordamerika ein mittleres Risiko auf.
Das Risiko der asiatischen Schwellenländer ist überwiegend gleich geblieben, mit Ausnahme der Textil- Bekleidungs- Maschinenbau- und Metallbranche. Drei Viertel aller Branchen weisen jedoch ein geringes oder mittleres Kreditrisiko und ein konstantes Umsatzwachstum auf. Lediglich die Solarbranche kämpft mit einem steigenden Kreditrisiko, was auf die fallenden Preise von Solarpanelen zurückzuführen ist. Alles in allem ist das Branchenrisiko hier aber begrenzt.

Obwohl sich die Schere vergrößert haben alle untersuchten Länder ein gemeinsames Problem: die Metallindustrie. Die Metallbranche stellt ein weltweites Problem dar. Das Kreditrisiko ist in den asiatischen Schwellenländern und Nordamerika hoch, in Europa sogar sehr hoch. Als Grund nennt die Coface die chinesische Stahlindustrie, deren Marktanteil im letzten Jahr bei 46% lag. Allerdings hat die Branche mit Überkapazitäten zu kämpfen und dementsprechend sinken die Margen. Auch die deutsche Metallindustrie hat mit dem Problem der Überkapazität zu kämpfen. Hinzu kommen noch Probleme der Hauptabnehmer, also Automobil-und Baubranche. Die Gewinne schrumpfen, die Kundennachfrage lässt nach, und steigende Eisenerzpreise verschlechtern die Aussichten. Ebenso stellt sich die Lage in Amerika dar. Auch hier kämpft die Wirtschaft mit billigem chinesischem Stahl.

Lesen Sie hier die gesamte Branchenstudie: http://coface-medien.de/de/medienportal/artikelseite/detail/22/4/2013/branchenrisiko-in-europa-am-groessten.html

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