Kluft bei Kreditrisiko zwischen Schwellenländern und Europa wird größer

Die Coface hat einen speziellen Risiko-Index entwickelt, der Branchenrisiken in verschiedenen Ländern vergleichbar macht. Dieser Index stützt sich auf die Parameter des Umsatzes, der Renditezahlungen, der Schuldenquote, des Cashflows sowie auf Zahlungsausfälle. Danach werden vier Risikokategorien entwickelt: gering, mittel, hoch und sehr hoch. Die Ergebnisse hat die Coface in einer aktuellen Pressemeldung vom 22.04.2013 veröffentlicht.

Die Coface kommt zu dem Ergebnis, dass die Kluft bei den Branchenrisiken zwischen Asien und Nordamerika auf der einen Seite und der europäischen Union auf der anderen Seite Schwellimmer größer wird.
Drei Viertel der untersuchten Branchen in den asiatischen Schwellenländern weisen ein geringes oder mittleres Risiko auf. Die Unternehmen weisen ein konstantes Wachstum auf, das in Abhängigkeit von der Branche zwischen 4% und 16% liegt. Lediglich im Energiesektor mahnt die Coface zur Vorsicht. Der Solarbereich ist vom Preisverfall für Panels betroffen, wodurch das Kreditrisiko steigt. In Nordamerika attestiert die Coface für die untersuchten Branchen ein mittleres Kreditrisiko. Das Kreditrisiko im Energiesektor hat sich reduziert, und auch für die Automobilindustrie steigen die Absatzzahlen im Februar 2013 wieder an. Allein der Metallsektor weist ein hohes Risiko auf, weil hier immer noch große Mengen an billigem Metall aus China importiert werden.

In Europa hingegen weist keine Branche ein moderates Kreditrisiko auf. Besonders schlimm ist die Lage in der Metallindustrie, die Überkapazitäten aufweist, und deren Hauptabnehmer, Automobilindustrie und Bau, Probleme beklagen, die sich dann auch auf die Metallindustrie übertragen. Aufgrund sinkender Absatzzahlen bei PCs steigt auch im Elektroniksektor das Kreditrisiko. Als weiteres Problem sieht die Coface den E-Commerce an, der zu einer Mischform im Einzelhandel führt. Zum einen haben sich die Umsätze im Internetgeschäft in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt, zum anderen verliert das klassische Ladengeschäft an Dynamik. Dazu kommt noch die nachlassende Kaufkraft bei den Verbrauchern. Diese Mischform des Einzelhandels führt, laut der Coface, zu neuen Risiken. Vor allem in Westeuropa ist das Kreditrisiko gestiegen, da eine Verschlechterung und Anfälligkeit der Branche zu spüren ist. Ebenso müssen auch Risiken der Online-Händler beobachtet werden.

Alles in allem  zeigt die Coface in ihrer Pressemeldung auf, dass die Schere zwischen Europa und dem Rest der Welt immer weiter auseinandergeht.

Lesen Sie hier die Pressemeldung der Coface: http://coface-medien.de/de/medienportal/presse/pressemeldungen/pressemeldung/detail/22/4/2013/branchenrisiko-in-europa-am-groessten.html

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