Konjunktur: KfW meldet: Derzeit keine Inflationsgefahr

Das Kreditinstitut für Wiederaufbau (KfW) verneint in seinem aktuellen Newsletter (Nr. 5, vom 26. November 2012) die Gefahr einer Inflation in Europa und Deutschland.         Der aktuelle Newsletter der KfW befasst sich mit der Gefahr einer Inflation in Deutschland und Europa. Eine Inflation wird durch ein unausgewogenes Verhältnis von Geldmenge und Wertschöpfung verursacht, wodurch die Kaufkraft der Verbraucher sinkt. Die EZB möchte die Preise jedoch stabil halten. Als stabil gelten Preise, die im Vergleich zum vorherigen Monat nicht mehr als 2% ansteigen. Die EZB verfügt jedoch über verschiedene Mittel, um Einfluss auf den Finanz-und Bankenmarkt auszuüben, und so einer Inflation entgegen zu wirken. Neben der Leitzinssenkung hat die EZB noch die Möglichkeit die Laufzeiten von Tendergeschäften zu verlängern. Als Tender kann man regelmäßige Transaktionen zur Stabilisierung des Kapitalmarkts bezeichnen. Es gibt verschiedene Arten von Tender, die jedoch immer das Ziel haben, den Geschäftsbanken Liquidität zu verschaffen, um so eine Kreditklemme zu verhindern, die sich dann negativ auf (kleine und mittelständische) Unternehmen auswirken kann. Wird die Laufzeit dieser Geldbeschaffungsmaßnahme verlängert, verringert sich der Zinssatz, wodurch eine erleichterte Möglichkeit besteht, Geld gegen Sicherheiten (Wertpapiere) zu erhalten. Zudem kann die EZB, laut KfW, die Kriterien für die Sicherheiten, die eine Bank leisten muss, auflockern. Als weiter Maßnahme kann die EZB, Staatsanleihe und private Anleihen, im Rahmen des „Security Markets Program“ (SMP) ankaufen, um für Liquidität zu sorgen. Als Konsequenz dieser Maßnahme ist es der EZB möglich, am Sekundärmarkt endgültige Ver-/Käufe von bereits emittierten Staatsanleihen durchzuführen, um so die Zinsen in Ländern zu senken, deren Anleihen gekauft werden („Outright Monetary Program“ (OMT)). Diese aufgeführten Maßnahmen führen zu einer Erhöhung des sich im Umlauf befindlichen Gelds, eine Erhöhung des Bestands an Zentralbankgeld durch die Einlagen der Banken, und erhöht somit theoretisch das Risiko einer Inflation.

Allerdings stehen der EZB ausreichend Instrumente zur Verfügung, um eine solche Inflation zu verhindern. Sie kann die Tendergeschäfte aussetzen, wodurch weniger Geld in Umlauf gebracht wird, oder die kann eigene Anleihen zu attraktiven Zinsen ausgeben, um so Kapital zu binden. Zudem kann sie die Höhe der Mindestreserve, die Geschäftsbanken bei der EZB hinterlegen müssen, anheben.

Derzeit ist der Bestand an Zentralbankgeld hoch. Dies führe jedoch, laut KfW, nicht zu einer Inflationsgefahr, denn die Banken erfragen Zentralbankgeld aus Sicherheitsgründen, nicht vorwiegend um es als Kredite in Umlauf zu bringen. Mithin sei der Bestand an Zentralbankgeld realwirtschaftlich nicht begründet. Es ist davon auszugehen, dass sich nicht das gesamte geliehene Geld in Form von Krediten im Umlauf befindet, sondern nur ein Teil dessen. Da der Zuwachs an Stundenlöhnen stabil bei ca. 2 % liegt, droht auch hieraus keine Inflationsgefahr.

Diese Angaben lassen sich auch durch einen aktuellen Artikel der Süddeutschen Zeitung feststellen. Diese veröffentlicht am 29.11.2012 die Meldung, dass die Inflationsrate in Deutschland unter 2 % gesunken ist. Dies stelle den niedrigsten Preisdruck seit Juli da. Der Preisanstieg von Waren und Dienstleistungen betrug im November 1,9 %.

Mithin ist festzustellen, dass die EZB über ausreichende Mittel verfügt, eine Inflation zu verhindern, und gleichzeitig den Kapitalmarkt mit ausreichender Liquidität zu versorgen. Kurz- bis mittelfristig ist keine Änderung der Inflation zu erwarten.

 

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