Sägewerke in Südbaden kämpfen ums Überleben

Viele Sägewerke müssen ihren Betrieb aufgrund unterschiedlichster Gründe schließen. Die Holzindustrie befindet sich in einem Anpassungsprozess.

Laut der Badischen Zeitung (BZ), muss das Holzwerk Rötebach in Löffingen ihren Betrieb einstellen. Dies ist jedoch nur eins von vielen Unternehmen, die unter den derzeit herrschenden Bedingungen zu kämpfen haben. Es gibt zu viele Sägewerke und zu wenig Holz, das durch einen nachhaltigen Einschlag in den Wäldern Südbadens verarbeitet werden kann. Dies führt zu einem harten Kampf um den Rohstoff, wodurch der Preis extrem ansteigt. Als weiterer Grund für die Misere der Holzindustrie wurden Naturereignisse genannt. Stürme, wie diese im Jahr 1999 und 2007, führten zu einem Anstieg an Holzfällarbeiten, die den Anschein einer Überkapazität haben entstehen lassen. Die daraufhin getätigten Investitionen wurden jedoch nach dem Einbruch des Absatzmarktes in den USA, Italien und Spanien nicht mehr gebraucht. Die Preise für die verarbeiteten Produkte sanken, und der Betrieb eines Sägewerks konnte dies betriebswirtschaftlich nicht oder nur schwer verkraften. Zudem gibt es zu viele Sägewerke, die die gleiche Holzart verarbeiten (hauptsächlich Fichte), was den Wettbewerb noch zusätzlich verschärft. Die Staatsforste profitieren von dieser Entwicklung, da sie planmäßig einschlagen und hohe Preise erzielen können. Die Sägeindustrie übt nach BZ Angaben, jedoch starke Kritik an den Staatsforsten, die an hohen Preisen in der Holzindustrie Interesse hätten, da ein hoher Teil an die Landeshaushalte abgegeben werde. Zuletzt wird noch das Problem der Wettbewerbsverzerrung genannt. Einige Sägewerke werden durch Investoren unterstützt, und sind so in der Lage finanzielle Einbußen besser zu verkraften. Andere Sägewerke haben so genannte „Premiumverträge“ abgeschlossen, wodurch das Holz zu einem viel geringeren Preis als der marktübliche verkauft wird, und so eine dauerhafte Holzversorgung gesichert wird.

Alles in allem spitzt sich die Lage in der Holzindustrie weiter zu. Den kleinen Sägewerken bleibt da wohl nur noch eine Spezialisierung ihrer Produkte, um ihr Überleben zu sichern.

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