Abschwung in der Automobilindustrie

Die Automobilindustrie verzeichnet einen deutlichen Rückgang im Absatzmarkt. Schuld daran ist die Euro-Schuldenkrise, die den Herstellern die Absatzzahlen verdirbt. Die Nachfrage von Autos in Westeuropa hat sich in den letzten 5 Jahren um 20 % verringert. Zu alledem sind die Aussichten auf die nächsten Jahre nicht gut.

Der französische Autobauer Peugeot und das Rüsselsheimer Unternehmen Opel schreiben aufgrund der schlechten Absätze rote Zahlen. Die hauseigene Bank von Peugeot ist zudem auf finanzielle Hilfe des französischen Staats in Höhe von 7 Mrd. Euro angewiesen. Beide Unternehmen haben nun eine Allianz geschlossen, bei der eine Zusammenarbeit für 4 Fahrzeugmodelle und für den Einkauf vereinbart wurde. Dadurch sollen jährlich 2 Mrd. Dollar eingespart werden. Peugeot veröffentlichte zudem Anfang November ihre Geschäftszahlen, die im dritten Quartal einen Verlust des Konzernumsatzes um 3,9 % auf 12, 93 Mrd. Euro, aufzeigten.

Auch Ford bekommt die Krise zu spüren. Der US-Autobauer schließt seine Werke im belgischen Genk bis 2014, und nimmt aufgrund der Absatzkrise einen Umbau der Produktion in Europa vor. Dies sei ein wesentlicher Schritt, um wieder ein profitables Wachstum zu erreichen, so Stephen Odell (Ford Europa Chef). In diesem Jahr rechnen Experten mit einem Verlust von mehr als 1 Mrd. Dollar.

Die gleiche Situation stellt sich nun auch bei Fiat dar. Die US-Tochter von Chrysler vermeldet zwar eine Gewinnsteigerung um 1 Mrd. Dollar, dies jedoch hauptsächlich aufgrund guter Verkaufszahlen von Chrysler. Fiat selber hat mit wachsenden Verlusten zu kämpfen, was sich auch in einem erheblichen Wertverlust der Fiat-Aktie zeigt, die um 4 % sank und zeitweise sogar von Handel ausgesetzt worden war.

In ähnlicher Weise bekommen nun auch VW und der Tochterkonzern Audi die Schuldenkrise zu spüren. VW muss im dritten Quartal Einbußen von einem Fünftel im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt hinnehmen, sodass der operative Gewinn auf 2,3 Mrd. Euro sank. Ausschlaggebend sind sowohl die sinkende Nachfrage als auch hohe Investitionskosten.

Audi verkauft zwar mehr Autos, jedoch sinkt der Gewinn pro verkauftem Auto. Die operative Rendite sank auf 10,5 % (vorher 13,1%). Rückgänge bei den Absatzzahlen des europäischen Marktes konnte Audi jedoch durch gute Geschäfte auf den weltgrößten PKW-Märkten China und USA auffangen.

Alles in allem ist der Ausblick auf die kommenden Jahre eher schlecht, sodass keine Verbesserung der Absatzzahlen zu erwarten ist. Viele Automobilhersteller sind nun gezwungen die Kosten zu senken. Dabei ist zu vermuten, dass diese Kosten auf die Zulieferer abgewälzt werden, wobei abzuwarten ist, wie gut diese das verkraften können. Die GFL sieht deutliche Bremsspuren bei den Zulieferern. Es droht ein Abrutschen in die Verlustzone. Bislang sind keine Auswirkungen auf Banken, Finanzpartner oder Kreditversicherer zu vermelden, dies könnte sich jedoch noch ändern, spätestens wenn die Jahresabschlüsse 2012 den Kreditgebern eingereicht werden.

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